Jahreshauptversammlung und Sommerfest am 16. Juni 2018

Status

!! SOFORT NOTIEREN !!
DER TERMIN FÜR UNSERE DIESJÄHRIGE JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG STEHT FEST:
Mohr-Villa, Situlistraße 73, München
Samstag, 16. Juni 2018
12 Uhr: Mitglieder-Jahreshauptversammlung des Paul-Klinger-Künstlersozialwerkes
14 Uhr: Sommerfest
Essen, Trinken und gute Gespräche mit Mitgliedern und Gästen
14.30: Speedy Bambi: einige unserer neuen Mitglieder nutzen die Gelegenheit und stellen sich und ihre Arbeit in einer Kurzpräsentation den Gästen unseres Sommerfestes vor.
Weitere Informationen bekommen Sie hierzu gerne in der Geschäftsstelle.
Tel.: 089 57004895
Weitere Programmpunkte:
Franziska Ruprecht, Poetry-Performerin und schon seit einigen Jahren ehrenamtliche Radiomoderatorin, wird die Arbeit des Radioteams vorstellen. Wir freuen uns immer über interessierte Mitglieder, die sich als Moderator engagieren oder auch in einer der Sendungen als Interviewpartner dabei sein wollen.
Nikolaus von Uthmann, Drehbuchautor und Regisseur, unterstützt das Vorstandsgremium als Berater und stellt heute eine Idee vor, wie Vereinsmitglieder den Verein Berufskollegen vorstellen können um so zu einer breiteren Bekanntheit des Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V. zu sorgen. Wenn auch Sie Botschafter des Vereins werden wollen, melden Sie sich in der Geschäftsstelle unter info@paul-klinger-ksw.de.
Last but not least wird die Cutterin Claudia Semmler wieder wie im vergangenen Jahr Shiatsu-Massagen anbieten. Gegen eine Spende für den Verein, können sich Gäste des Festes in einem ruhigen Eckchen des wunderbaren Gartens in der Mohrvilla verwöhnen lassen.

 

Lesung gegen das Vergessen

Lesung gegen das Vergessen, zur Erinnerung und Mahnung.
Hintergrund: In vielen deutschen Universitätsstädten wurde am 10. Mai 1933, „undeutsches Schrifttum“ verbrannt. Diese Kampagne „Wider den undeutschen Geist“ war vom „Hauptamt für Presse und Propaganda der Deutschen Studentenschaft“ vorbereitet worden. Unter Beteiligung von Rektoren und Professoren verbrannten auf riesigen Scheiterhaufen die Bücher von Thomas Mann, Heinrich Heine, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurz Tucholsky, Carl von Ossietzky, Karl Marx, Sigmund Freud und vielen anderen mehr.


Interview mit Gerd Schmitt-Thiel anlässlich der Bücherlesung zur Erinnerung an den 10. Mai 1933, der Bücherverbrennung in München vor 85 Jahren!

1. Welchen Sinn macht es, nach 85 Jahren durch eine öffentliche Lesung an die Bücherverbrennung von 1933 zu erinnern?
Bücher zu verbrennen gehört wohl zu den schändlichsten und schädlichsten Aktionen totalitärer Regime, die es seinen Künstlern antuen kann. Schon Heine hat gesagt: „da, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ und die Geschichte des Nationalsozialismus zeigt, wie recht er hatte. In vielen Ländern Europas ist in der letzten Zeit ein starker Rechtsruck in den politischen Parteien zu beobachten und erinnern wir uns an die Warnung von Erich Kästner, dessen Bücher 1933 auch verbrannt wurden: Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten – Die Lawine hält keiner mehr auf…

2. Was ist das besonders Verwerfliche daran, Bücher zu verbrennen?
Wer Bücher verbrennt, zerstört nicht nur Freiheit und Meinung der Künstler, er trifft die gesamte Existenz des Menschen, macht ihn mundtot, vernichtet ihn!

3. Welche gesellschaftlichen Kreise waren 1933 die Initiatoren der Bücherverbrennung und war das, so kurz nach der Machtergreifung durch die Nazis, eine spontane Aktion?
Es waren in erster Linie Akademiker, Professoren und Studenten und die Aktion war von langer Hand vorbereitet, sonst hätte sie so kurz nach der Machtübernahme durch die Nazis nicht so perfekt über die Bühne gehen können.

4. Welchen Anteil hatte die Presse an gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen? Wegbereiter oder kritische Distanz, gibt es Parallelen zu heute?PEGIDA und AFD wurden anfangs als nicht ernst zu nehmende, verachtenswerte, zu bemitleidende Dumpfbacken in unseren Mainstreammedien dargestellt. Nun im Parlament überrascht die AFD mehrheitlich als Akademiker im Nadelstreifen. Deshalb ist es uns immer wieder wichtig, mit den Lesungen darauf hinzuweisen, dass es auch damals Teile der Eliten waren, die die ersten symbolhaften, intellektuellen Verfolgungen/Verbrennungen initiiert haben – und nicht die Straße, nicht der Mob.

5. Bücherlesungen zum 10. Mai hat ja auch schon Wolfram Kastner initiiert und umgesetzt. Warum auch eine Lesung am Odeonsplatz?
Kastners Aktion „Brandfleck – München liest aus verbrannten Bücher“ ist ein Kunstwerk – Bestandteil seiner Kunstaktionen, die er oft auch zusammen mit anderen politischen Aktionskünstler vor allem hier in München macht. Die Lesungen, die ich seit vielen Jahren organisiert habe, ob nun im privaten Rahmen, in der Staatsbibliothek, in Bürgerhäusern, oder seit über 10 Jahren am Odeonsplatz, betrachte ich nicht als Kunst oder Kunstwerk, sondern als Erinnerungsarbeit, die an möglichst vielen Orten organisiert werden sollte. Wie dies auch durch die Themen vom Verein „Gegen das Vergessens – für mehr Demokratie e.V.“ angeregt wurde. Siehe unsere Seite www.buecherlesung.de. Im Übrigen, ich habe auch mehrmals am Königsplatz mitgelesen.

6. Was waren besondere Momente im Rahmen der Lesungen?
Es gab viele besondere Momente. Besonders war ein Auftritt von Dieter Hildebrandt, der mit seiner bekannt-markanten Stimme extrem laut mit provokanten Aufrufen weit über den Odeonsplatz so zu hören war, dass viele unbeteiligte Menschen verdattert stehen blieben. Sehr bewegend sind für mich auch immer wieder die Beiträge von Studierenden, aber auch ganz besonders die Beiträge von sehr jungen Schülerinnen und Schülern aus der Mittelschule an der Situlistraße, die sich ernsthaft und voller Empathie oft zum ersten Mal mit dem Thema auseinandersetzen – Erinnerungskultur pur halt…

7. Was bewegte GST zu seinen Lesungen?
Es gibt ein Gedicht von Eckart Hachfeld „Zwei Seelen“. Ich habe ihn noch persönlich kennengelernt. Er war ein wunderbarer Autor für die Nachkriegskabarettisten wie z.B. das Düsseldorfer Kom(m)ödchen. Dieses Gedicht ist zwar nach der NS-Zeit entstanden, ich lese es aber auch immer wieder selbst am 10. Mai „Gegen das Vergessen“, weil es die deutsche Situation so absolut treffend beschreibt.

8. Mohr-Villa Freimann e.V. Stadtteilkulturzentrum?
Die Mohr-Villa zeichnet sich durch ein interkulturelles Programm aus und leistet sowohl durch die Stadtteilarchivarbeit wie durch das vielfältige Ehrenamt auch eine lebendige Erinnerungsarbeit.

9. Warum beteiligt sich das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V. an der Bücherlesungsaktion?
Der Klingerverein ist eine Interessensvertretung von und für Kulturschaffenden aus allen Bereichen. Mit der Bücherverbrennungsaktion und der anschließenden Verfolgung wurden nicht nur Kunstwerke entfernt, zerstört, aus dem öffentlichen Bewusstsein entfernt, es wurde damit auch den Schriftsteller- und Dichterinnen ihre persönliche Existenzgrundlage zerstört. Unser besonderes Anliegen ist es auch auf diese Zusammenhänge hinzuweisen – es wurden Werke und Lebensexistenzen zerstört.

10. Wer war Paul Klinger?
Paul Klinger, Namensgeber des Künstlersozialwerkes war ein deutscher Schauspieler, der besonders durch seine Synchronarbeit bekannt war, da er zahlreichen Filmgrößen aus USA und Frankreich seine Stimme lieh. Er war ein engagierter Gewerkschaftler, der 1971 bei einer Rede vor Schauspielern an einem Herzinfarkt verstarb.

Initiator und Verantwortlicher Organisator ist Gerhard Schmitt-Thiel, in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Ihm zur Seite stehen das Paul Klinger Künstlersozialwerk e.V. und der Verein Mohr-Villa Freimann e.V. sowie Global Understanding e.V.

RUFFINIHAUS München

ZWISCHENNUTZUNGSPROJEKT RUFFINIHAUS
Leider vorbei…
Wir haben viele interessante Gespräche führen können, tolle Menschen kennengelernt und sicher einiges dazu beigetragen, dass der Verein einer breiteren Masse bekannt wurde. Die Erfahrungen, die wir machen konnten, sind ein großer Lohn für die Mühen, die dieses Projekt mit sich gebracht hat. Die Stimmung vor Ort, die Menschen, mit denen wir in Kontakt kamen, all dies war und ist eine große Motivation für unsere tägliche Arbeit. Wir bekamen sehr positives Feedback, die Vielfalt, mit der wir unserem Raum bespielten, war einzigartig, die Kreativen, die das Angebot der Raumnutzung annahmen, kamen aus den verschiedensten kreativen Bereichen. Freuen Sie sich auf weitere Informationen zu diesem Projekt in der nächsten Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Klinger Report. Heft 51/18 erscheint Ende April.
Wir hoffen auf ähnliche Möglichkeiten der interkulturellen Zusammenarbeit in der Zukunft, vielleicht ja auch in einer anderen Stadt.

Das Zwischennutzungsprojekt „Ruffinihaus“ wurde ermöglicht vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München.
www.facebook.com/Ruffinihaus
www.inmittenkreativ.de


 

vergangene Veranstaltungen

SO WAR`S:
WEIHNACHTLICHES KÜNSTLERTREFFEN DES PAUL-KLINGER-KÜNSTLERSOZIALWERKS IN MÜNCHEN

Am Dienstag, dem 5. Dezember trafen sich die Mitglieder in München zum traditionellen Stammtisch im Kultlokal ROY. In der gewohnt festlich geschmückten Bar von Vereinsmitglied Günter Grauer stimmte uns Waki Strobl mit seinem Zitherspiel auf die Vorweihnachtszeit ein.
  

Einige Mitglieder nutzten die Bühne für einen spontanen Auftritt:

  

Links Sabine Müller, extra aus Berlin angereist, las aus ihrem neuen Buch, Jazzsängerin Jenny Evans (Mitte) improvisierte Weihnachtslieder und Gerhard Schmitt-Thiel (rechts) las weihnachtliche Gedichte – lustige aber auch sehr tiefsinnige.

Astrid von Jenny (unten links) tat es ihm gleich, gefolgt von Franziska Ruprecht (Mitte) mit einer verruchten poetry performance über den Zucker. Den letzten Auftritt des Abends hatte Johanna Baumann (rechts) mit einer bayrischen Weihnachtsgeschichte.
  

Zu guter Letzt freuten sich alle über den dick gefüllten Krabbelsack, der für jeden eine Überraschung enthielt. Und plötzlich war es halb zwölf und die letzten Gäste zogen glücklich nach Hause!